Der GWM Ora 3 ist ein vollelektrischer fünftüriger Kompaktwagen von Great Wall Motor. Das Modell ist je nach Markt und Baujahr auch unter Bezeichnungen wie ORA 03 oder ursprünglich ORA Funky Cat bekannt. Für Fahrerinnen und Fahrer ist vor allem wichtig: Der Ora 3 ist ein reines Elektroauto mit Typ-2-Anschluss für AC-Laden und CCS Combo 2 für DC-Schnellladen.
Dieser Ratgeber erklärt die Batterievarianten, die AC- und DC-Ladeleistung, realistische Ladezeiten, das Laden zu Hause mit Wallbox, öffentliches Laden und die passende Ladekabel-Auswahl für den GWM Ora 3 im deutschen Alltag.
GWM Ora 3 Batterie- und Ladespezifikationen
Der GWM Ora 3 nutzt für normales Wechselstromladen einen Typ-2-Anschluss. Für DC-Schnellladen wird CCS Combo 2 verwendet. Der Ladeanschluss befindet sich vorne links am Fahrzeug. Für das Laden an einer Wallbox oder an vielen öffentlichen AC-Ladesäulen benötigen Sie in der Regel ein Typ-2-Ladekabel. An DC-Schnellladesäulen ist das CCS-Kabel fest an der Säule angebracht.
| Spezifikation | GWM Ora 3 / ORA 03 |
|---|---|
| Fahrzeugtyp | Batterieelektrisches Fahrzeug |
| AC-Ladeanschluss | Typ 2 |
| DC-Schnellladeanschluss | CCS Combo 2 |
| Maximale AC-Ladeleistung | Bis zu 11 kW, sofern Ladepunkt und Installation geeignet sind |
| Typisches Laden zu Hause in Deutschland | Häufig bis zu 11 kW an einer dreiphasigen Wallbox |
| Maximale DC-Schnellladeleistung | Etwa im mittleren 60-kW-Bereich, abhängig von Batterieversion und Bedingungen |
| Batterieoptionen | 48 kWh oder 63 kWh, je nach Ausstattung |
Batterieoptionen
Beim GWM Ora 3 gibt es zwei wesentliche Batteriegrößen. Frühere oder einfacher ausgestattete Fahrzeuge sind häufig mit der kleineren 48-kWh-Batterie verbunden. Höher ausgestattete Varianten wie Pro oder GT nutzen die größere 63-kWh-Batterie. Die Herstellerangaben werden meist auf 48 kWh beziehungsweise 63 kWh gerundet.
Die 48-kWh-Version hat eine Bruttokapazität von rund 47,8 kWh; die nutzbare Kapazität wird mit etwa 45,4 kWh angegeben. Die offizielle WLTP-Reichweite liegt bei bis zu rund 311 km. Im Alltag ist je nach Geschwindigkeit, Temperatur, Reifen, Topografie und Fahrweise eher mit einem niedrigeren Wert zu planen; als grobe Orientierung werden häufig etwa 260 km genannt.
Die 63-kWh-Version hat eine Bruttokapazität von rund 63,1 kWh, mit einer nutzbaren Kapazität von etwa 59,3 kWh. Die offizielle WLTP-Reichweite liegt bei bis zu rund 418 bis 420 km. Für die Alltagsplanung ist ein realistischer Orientierungswert von etwa 340 km sinnvoll. Autobahnfahrten im Winter reduzieren die Reichweite in der Regel, während Stadt- und Mischverkehr bei milden Temperaturen günstiger ausfallen können.
AC-Ladeleistung
Der GWM Ora 3 kann mit bis zu 11 kW Wechselstrom laden. In Deutschland passt das gut zu vielen privaten Wallboxen, da 11-kW-Wallboxen für das Laden zu Hause weit verbreitet sind. Entscheidend ist aber immer die Kombination aus Fahrzeug, Wallbox, Hausinstallation und Freigabe durch den Netzbetreiber beziehungsweise Elektrofachbetrieb.
An einer geeigneten 11-kW-Wallbox lädt der Ora 3 schneller als an einer einphasigen 7,4-kW-Ladelösung. Die in manchen Unterlagen genannten Ladezeiten an 7,4 kW liegen für die 48-kWh-Version bei ungefähr 7 Stunden 15 Minuten von leer bis voll und für die 63-kWh-Version bei etwa 9 Stunden 30 Minuten. An 11 kW verkürzt sich die Ladezeit entsprechend, wobei Ladeverluste und die Ladekurve berücksichtigt werden müssen. Im Alltag wird meist nicht von 0 auf 100 Prozent geladen, sodass das Nachladen über Nacht für beide Batteriegrößen gut planbar ist.
Öffentliche AC-Ladesäulen bieten in Deutschland häufig 11 kW oder 22 kW. Wichtig: Auch wenn eine Säule 22 kW bereitstellen kann, lädt der GWM Ora 3 nicht mit 22 kW, sondern höchstens mit seiner eigenen AC-Grenze von bis zu 11 kW.
DC-Schnellladen
Für schnelles Laden auf längeren Strecken nutzt der GWM Ora 3 den CCS-Combo-2-Anschluss. DC-Schnellladesäulen haben ein fest angeschlagenes Kabel. Sie benötigen für CCS-Schnellladen also kein eigenes Ladekabel, sondern stecken den CCS-Stecker der Ladesäule direkt in den Ladeanschluss des Fahrzeugs.
Die DC-Ladeleistung liegt im Vergleich zu manchen neueren Elektroautos eher moderat. Verfügbare Angaben nennen eine Spitzenleistung von etwa 64 kW für die 48-kWh-Batterie und etwa 69 kW für die 63-kWh-Batterie; andere Unterlagen nennen bis zu rund 67 kW. Eine 150-kW- oder 350-kW-Schnellladesäule kann problemlos genutzt werden, sie macht den Ora 3 aber nicht schneller als das Fahrzeug selbst laden kann.
Auch die Ladezeit hängt vom Akkustand, der Batterietemperatur, der Säule und der jeweiligen Batterieversion ab. Für die 48-kWh-Version wird ein 10-bis-80-Prozent-Ladevorgang mit ungefähr 45 Minuten angegeben. Für die 63-kWh-Version liegt die Schätzung bei etwa 49 Minuten. Für die Reiseplanung ist es sinnvoll, für einen größeren Schnellladestopp grob mit einer Dreiviertelstunde zu rechnen.
Reichweite und Effizienz
Die Reichweite des Ora 3 hängt stark von der Batterieversion ab. Bei der 48-kWh-Variante liegt der offizielle WLTP-Wert bei bis zu rund 311 km. Für gemischte Alltagsfahrten ist ein Planungswert um etwa 260 km oft realistischer, wobei der individuelle Verbrauch deutlich variieren kann.
Bei der 63-kWh-Version liegt die offizielle WLTP-Reichweite bei bis zu rund 418 bis 420 km. Ein alltagsnaher Orientierungswert von etwa 340 km ist für viele Situationen hilfreicher als der reine Prüfstandswert. Ruhige Stadtfahrten bei mildem Wetter können die Effizienz verbessern; hohe Autobahngeschwindigkeiten, Kälte, Regen, Gegenwind und Innenraumheizung können sie verschlechtern.
Für Langstrecken ist die größere Batterie flexibler, weil mehr Reichweite zwischen den Stopps zur Verfügung steht. Die DC-Ladeleistung bleibt jedoch im mittleren 60-kW-Bereich. Der Ora 3 passt daher besonders gut zu einem Nutzungsprofil, bei dem überwiegend zu Hause, am Arbeitsplatz oder an AC-Ladepunkten geladen wird und DC-Schnellladen vor allem für längere Fahrten genutzt wird.
Laden zu Hause
Für viele Fahrerinnen und Fahrer ist eine eigene Wallbox die bequemste Lademöglichkeit. In Deutschland ist eine dreiphasige 11-kW-Wallbox häufig die passende Lösung für den GWM Ora 3, weil sie die maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs ausnutzen kann. Installation, Anmeldung und technische Auslegung sollten immer durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb erfolgen.
Bei einer Wallbox ohne festes Kabel benötigen Sie ein Typ-2-auf-Typ-2-Ladekabel. Bei einer Wallbox mit fest angeschlagenem Typ-2-Kabel müssen Sie zu Hause kein eigenes Kabel anschließen. Trotzdem ist ein eigenes Typ-2-Ladekabel sinnvoll, weil viele öffentliche AC-Ladepunkte nicht mit einem festen Kabel ausgestattet sind.
Ein Schuko-Ladekabel kann als Not- oder Gelegenheitslösung nützlich sein, etwa wenn vorübergehend keine Wallbox verfügbar ist. Für regelmäßiges Laden sollte eine Schuko-Steckdose jedoch nur genutzt werden, wenn eine Elektrofachkraft die Steckdose und die gesamte Installation ausdrücklich für dauerhaftes Laden eines E-Autos geprüft hat. Haushaltssteckdosen sind nicht primär für viele Stunden hohe Dauerlast ausgelegt.
Öffentliches Laden
Beim öffentlichen Laden des GWM Ora 3 gibt es zwei Hauptfälle: AC-Laden an Zielorten und DC-Schnellladen auf längeren Strecken.
Öffentliche AC-Ladesäulen finden sich auf Parkplätzen, bei Hotels, an Arbeitsplätzen, in Parkhäusern, an Einkaufszentren und in Innenstädten. Viele dieser Ladepunkte sind nicht mit einem festen Kabel ausgestattet. Deshalb sollten Sie ein Typ-2-Ladekabel im Fahrzeug mitführen. Wenn die Säule 11 kW bereitstellt, kann der Ora 3 seine maximale AC-Ladeleistung nutzen. An einer 22-kW-AC-Säule bleibt das Fahrzeug dennoch auf bis zu 11 kW begrenzt.
DC-Schnelllader stehen vor allem an Autobahnen, Schnellladeparks, größeren Einzelhandelsstandorten und Verkehrsknotenpunkten. Dort wird über CCS Combo 2 geladen, und das Kabel ist an der Ladesäule befestigt. Eine leistungsstärkere Säule ist sicher nutzbar, aber der Ora 3 nimmt nur die Leistung auf, die seine Ladeelektronik und Batterie unter den aktuellen Bedingungen zulassen.
Fahrzeugspezifische Hinweise
Beim GWM Ora 3 kann ein Ladeziel beziehungsweise eine Ladebegrenzung über das fahrzeugseitige Lade- oder Energiemenü eingestellt werden. Das ist praktisch, wenn das Fahrzeug im Alltag nicht immer bis 100 Prozent geladen werden soll.
Für die tägliche Nutzung ist es häufig sinnvoll, eine Ladegrenze um etwa 80 Prozent zu verwenden und 100 Prozent vor allem dann zu nutzen, wenn die zusätzliche Reichweite für eine längere Fahrt benötigt wird. Beachten Sie dabei immer die Hinweise im Handbuch Ihres konkreten Fahrzeugs, da Softwarestand und Modelljahr Unterschiede machen können.
Für die Kabelauswahl ist entscheidend: Der Ora 3 benötigt für AC-Laden ein Typ-2-Ladekabel. Für DC-Schnellladen wird kein eigenes Kabel benötigt, da CCS-Schnelllader fest angeschlagene Kabel haben.
Ladetipps
- Typ-2-Ladekabel mitführen: Viele öffentliche AC-Ladepunkte in Deutschland sind ohne festes Kabel ausgestattet.
- 11-kW-Wallbox prüfen lassen: Eine fachgerecht installierte 11-kW-Wallbox passt gut zur maximalen AC-Ladeleistung des Ora 3.
- 22-kW-AC-Säulen richtig einschätzen: Der Ora 3 lädt dort nicht mit 22 kW, sondern maximal mit bis zu 11 kW.
- Ladelimit nutzen: Für den Alltag kann eine Ladegrenze um 80 Prozent sinnvoll sein; 100 Prozent eher vor längeren Fahrten.
- Schnellladestopps realistisch planen: Rechnen Sie für 10 bis 80 Prozent grob mit 45 bis 49 Minuten, abhängig von Batterieversion und Bedingungen.
- Batteriegröße kennen: Die 48-kWh- und 63-kWh-Versionen unterscheiden sich spürbar bei Reichweite und Ladezeit.
- Winterfahrten einplanen: Kälte kann Reichweite und Ladeverhalten beeinflussen, besonders bei längeren Autobahnetappen.
Häufige Fragen
Welches Ladekabel braucht der GWM Ora 3?
Für AC-Laden nutzt der GWM Ora 3 einen Typ-2-Anschluss. Für öffentliche AC-Ladesäulen und Wallboxen ohne festes Kabel ist ein Typ-2-auf-Typ-2-Ladekabel die passende Wahl. Für DC-Schnellladen wird der CCS-Stecker der Ladesäule verwendet.
Kann der GWM Ora 3 zu Hause mit 11 kW laden?
Ja, wenn eine geeignete dreiphasige 11-kW-Wallbox und eine entsprechend ausgelegte Elektroinstallation vorhanden sind. Das Fahrzeug selbst kann bis zu 11 kW AC laden. Die Installation sollte immer durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.
Wie lange lädt der GWM Ora 3 zu Hause?
An 7,4 kW werden für die 48-kWh-Version ungefähr 7 Stunden 15 Minuten und für die 63-kWh-Version etwa 9 Stunden 30 Minuten von leer bis voll genannt. An einer geeigneten 11-kW-Wallbox geht es entsprechend schneller. In der Praxis sind Teilladungen deutlich häufiger als vollständige Ladungen von 0 auf 100 Prozent.
Wie schnell lädt der GWM Ora 3 an der Schnellladesäule?
Die DC-Spitzenladeleistung liegt je nach Batterie und Quelle im mittleren 60-kW-Bereich. Für 10 bis 80 Prozent werden etwa 45 Minuten bei der 48-kWh-Version und ungefähr 49 Minuten bei der 63-kWh-Version angegeben.
Ist der GWM Ora 3 dasselbe Auto wie der ORA Funky Cat?
Der Ora 3 gehört zur gleichen Modellfamilie, die in einigen Märkten zunächst als ORA Funky Cat und später als ORA 03 bezeichnet wurde. Bei Gebrauchtwagenanzeigen können daher unterschiedliche Namen für dasselbe Grundmodell auftauchen.
Was das für Fahrer bedeutet
Der GWM Ora 3 ist unkompliziert zu laden, wenn man seine Ladegrenzen kennt. Für den Alltag ist eine 11-kW-Wallbox zu Hause eine naheliegende Lösung, sofern die Elektroinstallation geeignet ist. Ein Typ-2-Ladekabel sollte im Auto liegen, weil es an vielen öffentlichen AC-Ladepunkten benötigt wird.
Auf Langstrecken bietet CCS-Schnellladen ausreichend Flexibilität, ist aber nicht auf dem Niveau sehr schnell ladender neuerer Elektroautos. Die 63-kWh-Version bietet mehr Reichweite zwischen den Ladestopps, während die 48-kWh-Version besonders gut zu planbaren täglichen Strecken und regelmäßigem Laden zu Hause passt.
Passendes Ladekabel für GWM Ora 3
Für den GWM Ora 3 ist ein Typ-2-Ladekabel die wichtigste Kabelwahl für AC-Laden an öffentlichen Ladesäulen und an Wallboxen ohne festes Kabel. Achten Sie auf eine passende Ausführung für dreiphasiges Laden, wenn Sie die 11-kW-AC-Ladefähigkeit des Fahrzeugs nutzen möchten.
Bitte beachten Sie: Diese Informationen dienen als Orientierung. Ladeleistung, Ausstattung und Batteriedaten können je nach Modelljahr, Softwarestand und Fahrzeugausführung abweichen. Verbindliche Angaben finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.


