Der Polestar 4 ist ein vollelektrisches SUV-Coupé mit großer 100-kWh-Batterie, guter Langstreckentauglichkeit und einer praxisgerechten Kombination aus AC- und DC-Laden. Die aktuellen Long range Single motor- und Long range Dual motor-Versionen nutzen für das AC-Laden einen Typ-2-Anschluss und für das DC-Schnellladen CCS Combo 2.
Besonders wichtig ist beim Polestar 4 der Unterschied zwischen der serienmäßigen AC-Ladeleistung von 11 kW und der 22-kW-AC-Ladefähigkeit, die mit dem Plus-Paket verfügbar ist. In Deutschland sind 11-kW-Wallboxen mit dreiphasigem Anschluss zu Hause sehr verbreitet. 22 kW AC findet man eher an öffentlichen AC-Ladesäulen oder in bestimmten gewerblichen Installationen. Entscheidend ist jedoch immer: Das Auto lädt nur so schnell, wie es der Onboard-Lader, die Ladestation und die Installation gemeinsam zulassen.
Polestar 4 Batterie- und Ladespezifikationen
Der Polestar 4 wird mit einem 100-kWh-Lithium-Ionen-Akkupaket angegeben. Die nutzbare Kapazität liegt nach gängigen Datenbankangaben bei etwa 94 kWh. Sowohl der Long range Single motor als auch der Long range Dual motor nutzen diese grundsätzliche Batteriegröße. Reichweite und Effizienz unterscheiden sich jedoch je nach Antrieb, Rädern, Ausstattung, Temperatur und Fahrweise.
Für das Laden in Deutschland und Europa verwendet der Polestar 4 Typ 2 für AC-Laden und CCS Combo 2 für DC-Schnellladen. An nicht fest angeschlagenen AC-Ladepunkten benötigen Sie daher ein Typ-2-auf-Typ-2-Ladekabel. DC-Schnelllader haben in der Regel ein fest montiertes CCS-Kabel, sodass Sie dort kein eigenes Ladekabel verwenden.
- Fahrzeugtyp: vollelektrisches SUV-Coupé / Fastback-SUV
- Ladeanschluss: Typ 2 für AC, CCS Combo 2 für DC
- Batteriekapazität: 100 kWh brutto; etwa 94 kWh nutzbar
- AC-Laden: 11 kW serienmäßig; 22 kW mit Plus-Paket
- DC-Schnellladen: bis zu 200 kW unter geeigneten Bedingungen
- Offizielle DC-Ladezeit: ca. 10–80 % in rund 30 Minuten, sofern Ladeleistung und Batteriezustand passen
Batterieoptionen
Der Polestar 4 ist aktuell auf eine große Langstreckenbatterie ausgerichtet, nicht auf mehrere Batteriegrößen. Long range Single motor und Long range Dual motor werden jeweils mit einem 100-kWh-Akkupaket geführt. Polestar beschreibt die Batterie als 400-V-Lithium-Ionen-Akku mit Cell-to-Pack-Konstruktion.
Der Long range Single motor ist die effizienzorientierte Variante und erreicht nach WLTP bis zu etwa 620 km. Der Long range Dual motor setzt stärker auf Leistung und Allradantrieb und wird mit bis zu etwa 591 km WLTP angegeben. Diese Werte sind offizielle Prüfstandswerte. Im Alltag hängt die tatsächliche Reichweite von Geschwindigkeit, Wetter, Fahrstil, Route, Bereifung und Fahrzeugkonfiguration ab.
AC-Ladeleistung
AC-Laden ist die Ladeart, die viele Fahrer zu Hause, am Arbeitsplatz und an vielen öffentlichen Ziel-Ladepunkten nutzen. Der Polestar 4 ist dafür gut ausgestattet, aber man sollte die Fähigkeit des Autos klar von der Leistung der Ladestation unterscheiden.
Serienmäßig unterstützt der Polestar 4 11 kW AC. Mit dem Plus-Paket steigt die AC-Ladeleistung auf 22 kW. Polestar nennt für eine Ladung von 0–100 % etwa 11 Stunden bei 11 kW oder rund 5,5 Stunden bei 22 kW mit Plus-Paket.
In Deutschland ist eine dreiphasig angeschlossene 11-kW-Wallbox für das Laden zu Hause sehr verbreitet. Damit kann ein Polestar 4 mit serienmäßigem 11-kW-Onboard-Lader seine AC-Ladeleistung gut ausschöpfen. Eine 22-kW-Wallbox oder öffentliche 22-kW-AC-Säule bringt dagegen nur dann einen Zeitvorteil, wenn das Fahrzeug tatsächlich das Plus-Paket mit 22-kW-AC-Ladefähigkeit besitzt.
Wichtig ist: Eine 22-kW-AC-Ladesäule lädt einen Polestar 4 ohne 22-kW-Onboard-Lader nicht mit 22 kW. Das Fahrzeug begrenzt die Ladeleistung auf das, was sein Onboard-Lader zulässt. Ebenso muss die Ladeinfrastruktur zur gewünschten Leistung passen, etwa durch eine geeignete Absicherung, Installation und Freigabe.
DC-Schnellladen
Für längere Strecken nutzt der Polestar 4 CCS-DC-Schnelllader. Polestar gibt eine maximale DC-Ladeleistung von bis zu 200 kW an und nennt für 10–80 % eine Ladezeit von rund 30 Minuten unter passenden Bedingungen. Damit eignet sich das Fahrzeug gut für Schnellladestopps an Autobahnen und Fernstraßen, wenn ein ausreichend leistungsfähiger Ladepunkt verfügbar ist.
Wie bei allen Elektroautos wird die maximale Ladeleistung nicht über die gesamte Ladesitzung gehalten. Am schnellsten lädt das Fahrzeug meist bei niedrigerem Akkustand und geeigneter Batterietemperatur. Mit steigendem Ladestand reduziert sich die Ladeleistung, besonders oberhalb von etwa 80 %. Auf Langstrecken ist es deshalb meist effizienter, mit einem niedrigen, aber komfortablen Akkustand anzukommen, bis etwa 80 % zu laden und dann weiterzufahren.
Für eine möglichst gute Schnellladeleistung sollte der geplante DC-Schnelllader als Ziel in der Navigation bzw. in Google Maps gesetzt werden. Polestar gibt an, dass die Batterievorkonditionierung automatisch beginnen kann, wenn eine DC-Schnellladestation als Ziel gewählt wird. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann die Vorbereitung länger dauern; es ist daher sinnvoll, den Ladepunkt rechtzeitig als Ziel zu setzen.
Reichweite und Effizienz
Der Polestar 4 Long range Single motor wird mit bis zu etwa 620 km WLTP angegeben. Der Long range Dual motor liegt bei bis zu etwa 591 km WLTP. Diese Zahlen sind hilfreich für den Vergleich verschiedener Fahrzeuge, liegen im Alltag aber häufig über der real erzielbaren Reichweite, besonders im Winter oder bei dauerhaft hohem Autobahntempo.
Praxisnahe Reichweitenschätzungen liegen grob bei rund 490 km für den Long range Single motor und etwa 480 km für den Long range Dual motor unter gemischten Bedingungen. Das sind keine Garantiewerte, aber nützliche Orientierungen für die Reiseplanung.
Die Effizienz wird unter anderem durch Außentemperatur, Reifenwahl, Radgröße, Dachlast, Beladung, Geschwindigkeit und Nutzung der Klimatisierung beeinflusst. Der Polestar 4 wird mit Wärmepumpe beschrieben, was insbesondere bei kühleren Temperaturen helfen kann, den Energiebedarf für den Innenraum zu senken.
Laden zu Hause
Für viele Polestar-4-Fahrer ist das Laden zu Hause die bequemste und oft auch günstigste Lösung. Wer regelmäßig über Nacht lädt, startet am nächsten Morgen mit dem gewünschten Ladestand und kann – je nach Stromvertrag und Steuerungsmöglichkeit – günstigere Zeitfenster nutzen.
Eine 11-kW-Wallbox ist in Deutschland für private Stellplätze sehr üblich, sofern ein geeigneter dreiphasiger Anschluss vorhanden ist und die Installation fachgerecht erfolgt. Mit 11 kW lädt der Polestar 4 laut Herstellerangaben in etwa 11 Stunden von 0–100 %. In der Praxis wird selten von komplett leer auf voll geladen; häufiger geht es darum, über Nacht 20, 30 oder 40 % nachzuladen.
Wer einen Polestar 4 mit Plus-Paket und 22-kW-AC-Ladefähigkeit nutzt, kann an passenden 22-kW-AC-Ladepunkten deutlich schneller laden. Zu Hause ist 22 kW nicht automatisch verfügbar und kann je nach Netzanschluss, Genehmigung, Wallbox, Hausinstallation und örtlichem Netzbetreiber zusätzliche Anforderungen haben. Auch hier gilt: Die tatsächliche Ladeleistung richtet sich nach dem schwächsten Glied aus Fahrzeug, Wallbox und Elektroinstallation.
Ein Schuko-Ladekabel ist beim Polestar 4 vor allem als Not- oder gelegentliche Lademöglichkeit zu verstehen. Wegen der großen Batterie ist das Laden über Schuko sehr langsam und für die regelmäßige Nutzung nur dann zu empfehlen, wenn eine Elektrofachkraft die Steckdose und die gesamte Installation ausdrücklich für dauerhaftes E-Auto-Laden geprüft hat. Als primäre Ladelösung ist eine korrekt installierte Wallbox deutlich geeigneter.
Öffentliches Laden
Öffentliches Laden mit dem Polestar 4 lässt sich in zwei Bereiche einteilen: AC-Zielladen und DC-Schnellladen. AC-Zielladen ist sinnvoll, wenn das Auto mehrere Stunden steht, zum Beispiel am Arbeitsplatz, beim Einkaufen, im Parkhaus, beim Restaurantbesuch oder über Nacht am Hotel. An vielen nicht fest angeschlagenen AC-Ladepunkten benötigen Sie Ihr eigenes Typ-2-Ladekabel.
DC-Schnellladen ist für kurze Stopps auf längeren Fahrten gedacht. Diese Ladepunkte nutzen ein fest angeschlagenes CCS-Combo-2-Kabel. Ein eigenes Ladekabel wird dort nicht benötigt. Wenn Sie die hohe DC-Ladefähigkeit des Polestar 4 nutzen möchten, sind Ladepunkte mit 150 bis 200 kW oder mehr sinnvoll. Die tatsächlich erreichte Leistung hängt jedoch von Ladesäule, Akkutemperatur, Ladestand, Standortauslastung und Fahrzeugzustand ab.
Polestar nennt außerdem Plug-&-Charge-Kompatibilität auf Basis von ISO 15118, abhängig von kompatiblen Ladepunkten und der notwendigen App- bzw. Kontoeinrichtung. Wo dies unterstützt wird, kann die Authentifizierung einfacher ablaufen, weil Fahrzeug und Ladesäule den Vorgang automatisch abwickeln.
Fahrzeugspezifische Hinweise
Der Polestar 4 ist in mehreren Punkten ungewöhnlich, unter anderem durch sein Design ohne klassische Heckscheibe. Stattdessen nutzt er eine dachmontierte Heckkamera und einen digitalen Rückspiegel. Das ändert zwar nichts am Ladevorgang, zeigt aber den technisch eigenständigen Ansatz des Modells.
Für das Laden sind vor allem drei Punkte relevant: die serienmäßige 11-kW-AC-Ladefähigkeit, die optionale 22-kW-AC-Ladefähigkeit mit Plus-Paket und die DC-Schnellladeleistung von bis zu 200 kW. Zusätzlich kann die Vorkonditionierung der Batterie vor dem Schnellladen helfen, unter passenden Bedingungen bessere Ladeleistungen zu erreichen.
Der wichtigste praktische Hinweis: 22 kW AC sollte nicht bei jedem Polestar 4 vorausgesetzt werden. Wenn Sie ein Fahrzeug kaufen, leasen oder konfigurieren, prüfen Sie die genaue Ausstattung und ob das Plus-Paket enthalten ist.
Ladetipps
- Typ-2-Ladekabel für AC nutzen: Nicht fest angeschlagene Wallboxen und öffentliche AC-Ladesäulen benötigen in der Regel ein Typ-2-auf-Typ-2-Ladekabel.
- 22 kW nicht automatisch erwarten: Fahrzeug, Ladepunkt und Installation müssen die höhere AC-Leistung unterstützen.
- Schnellladestopps um 10–80 % planen: Oberhalb von 80 % wird DC-Laden meist deutlich langsamer.
- DC-Lader als Ziel setzen: So kann die Batterievorkonditionierung vor der Ankunft arbeiten, sofern die Funktion verfügbar und aktiv ist.
- Wallbox passend zur Installation wählen: Eine 11-kW-Wallbox ist in Deutschland häufig die sinnvolle Standardlösung für zu Hause.
- Ladestand an den Alltag anpassen: Für tägliche Fahrten ist 100 % oft nicht nötig. Höhere Ladestände sind vor allem vor längeren Strecken sinnvoll.
Häufige Fragen
Welches Ladekabel nutzt der Polestar 4?
Der Polestar 4 nutzt in Europa einen Typ-2-Anschluss für AC-Laden. Für nicht fest angeschlagene AC-Ladepunkte benötigen Sie ein Typ-2-auf-Typ-2-Ladekabel. DC-Schnelllader nutzen CCS Combo 2 und haben das passende Kabel in der Regel fest an der Ladesäule.
Lädt jeder Polestar 4 mit 22 kW AC?
Nein. Der Polestar 4 unterstützt serienmäßig 11 kW AC. 22 kW AC sind mit dem Plus-Paket verfügbar. Prüfen Sie daher immer die genaue Fahrzeugspezifikation, bevor Sie von 22-kW-AC-Laden ausgehen.
Wie lange lädt der Polestar 4 an der Wallbox?
Polestar nennt für 0–100 % etwa 11 Stunden bei 11 kW AC. Mit 22 kW AC und Plus-Paket sind es rund 5,5 Stunden. Im Alltag wird jedoch meist nachgeladen statt von leer auf voll geladen.
Wie schnell kann der Polestar 4 DC-schnellladen?
Der Polestar 4 kann unter geeigneten Bedingungen mit bis zu 200 kW DC laden. Für 10–80 % werden rund 30 Minuten angegeben. In der Praxis hängen die Werte von Ladepunkt, Akkutemperatur, Start-Ladestand und Vorkonditionierung ab.
Sollte man den Polestar 4 am Schnelllader auf 100 % laden?
Meist nur dann, wenn die zusätzliche Reichweite wirklich benötigt wird. DC-Laden wird bei hohem Ladestand deutlich langsamer. Auf Langstrecken ist das Zeitfenster von etwa 10–80 % in der Regel effizienter.
Was das für Fahrer bedeutet
Der Polestar 4 ist ein langstreckentaugliches Elektroauto, bei dem die Ladespezifikation im Alltag eine wichtige Rolle spielt. Die DC-Ladeleistung von bis zu 200 kW macht ihn gut geeignet für Schnellladestopps auf längeren Strecken. Beim AC-Laden hängt der Nutzen stark von der Ausstattung ab: 11 kW sind serienmäßig und passen gut zu vielen deutschen Wallboxen, während 22 kW AC nur mit Plus-Paket verfügbar sind und passende Ladeinfrastruktur voraussetzen.
Für viele Fahrer wird die typische Kombination aus 11-kW-Wallbox zu Hause, Typ-2-Ladekabel für öffentliches AC-Laden und CCS-Schnellladen auf Reisen bestehen. Wer regelmäßig an 22-kW-AC-Ladesäulen lädt, sollte gezielt prüfen, ob das eigene Fahrzeug diese Ladeleistung auch tatsächlich unterstützt.
Passendes Ladekabel für Polestar 4
Für den Polestar 4 benötigen Sie für AC-Laden an nicht fest angeschlagenen Ladepunkten ein Typ-2-Ladekabel. Wählen Sie ein Kabel, das zur Ladeleistung Ihres Fahrzeugs, zur genutzten Wallbox bzw. Ladesäule und zu Ihrem Alltag passt. Für den regelmäßigen Einsatz sind robuste dreiphasige Typ-2-Ladekabel besonders relevant.
Bitte beachten Sie: Diese Informationen dienen als Ratgeber. Lade- und Ausstattungsdaten können sich je nach Modelljahr, Markt, Ausstattung und Softwarestand ändern. Für verbindliche Angaben sollten Sie immer die Fahrzeugunterlagen und die Herstellervorgaben prüfen.


