Der VW e-Up ist ein kompaktes vollelektrisches Stadtauto auf Basis des Volkswagen up!. Als Neuwagen wird er nicht mehr produziert, auf dem Gebrauchtmarkt ist er aber weiterhin beliebt: Er ist handlich, übersichtlich und im Alltag meist günstig zu betreiben.
Beim Laden ist der e-Up allerdings nicht ganz so einheitlich wie viele neuere Elektroautos. Entscheidend ist, welche Modellgeneration Sie haben. Frühere Fahrzeuge bis etwa 2019 besitzen eine deutlich kleinere Batterie und eine niedrigere AC-Ladeleistung. Die überarbeitete Version ab 2020 hat eine wesentlich größere Batterie und kann unter passenden Bedingungen schneller mit Wechselstrom laden.
Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Batterieversionen, den Unterschied zwischen AC-Laden und DC-Schnellladen, die passende Kabelauswahl und was Sie beim Laden zu Hause sowie beim öffentlichen Laden in Deutschland beachten sollten.
VW e-Up Batterie- und Ladespezifikationen
Der VW e-Up ist ein batterieelektrisches Fahrzeug, kein Plug-in-Hybrid und kein Range-Extender. Für das AC-Laden nutzt er einen Typ-2-Anschluss. Für DC-Schnellladen kommt bei den hier behandelten Versionen CCS Combo 2 zum Einsatz. Die Ladebuchse sitzt hinten rechts am Fahrzeug, ungefähr dort, wo bei einem Verbrenner üblicherweise der Tankdeckel wäre.
Für die Praxis sind vor allem drei Punkte wichtig: Batteriegröße, AC-Ladeleistung und realistische Reichweite. Diese unterscheiden sich deutlich zwischen den älteren e-Up-Modellen vor 2020 und der überarbeiteten Version ab 2020. Vor dem Kauf eines Ladekabels oder der Einschätzung von Ladezeiten sollten Sie daher Baujahr, Modelljahr und die genaue Ladeausstattung Ihres Fahrzeugs prüfen.
Batterieoptionen
Beim VW e-Up gibt es zwei wichtige Batteriegenerationen:
- VW e-Up 2014 bis 2019 / vor 2020: Diese früheren Fahrzeuge haben eine Batterie mit 18,7 kWh Bruttokapazität. Die nutzbare Kapazität liegt je nach Datensatz bei etwa 16,0 kWh. Die reale Reichweite ist entsprechend deutlich kürzer als bei der späteren Version. Als typische Praxisreichweite werden etwa 97 km genannt; der WLTP-Wert für entsprechende spätere Vor-Facelift-Daten liegt bei rund 134 km.
- VW e-Up ab 2020: Die überarbeitete Version erhielt eine Batterie mit 36,8 kWh Bruttokapazität und etwa 32,3 kWh nutzbarer Kapazität. Als WLTP-Reichweite wurden bis zu etwa 256 km angegeben; eine typische Praxisreichweite liegt eher bei rund 200 km, abhängig von Bedingungen und Fahrprofil.
Dieser Unterschied ist groß genug, dass Ladezeiten und Reichweitenangaben nicht pauschal für alle e-Up gelten. Ein älterer e-Up mit kleiner Batterie verhält sich im Alltag anders als die spätere Version mit größerem Akku.
AC-Ladeleistung
AC-Laden ist das Laden mit Wechselstrom, also typischerweise zu Hause an der Wallbox, am Arbeitsplatz oder an vielen öffentlichen Normalladepunkten. Der VW e-Up nutzt dafür Typ 2. An öffentlichen AC-Ladesäulen ohne fest angeschlagenes Kabel benötigen Sie daher ein eigenes Typ-2-Ladekabel. Bei einer Wallbox mit festem Kabel ist das Kabel bereits an der Wallbox montiert.
Ältere VW e-Up-Modelle vor 2020 werden typischerweise mit einer AC-Ladeleistung von 3,7 kW angegeben. Auch wenn die Batterie relativ klein ist, dauert eine Vollladung damit mehrere Stunden. Für das Laden über Nacht und für kurze tägliche Strecken passt diese Auslegung jedoch gut.
Die überarbeitete Version ab 2020 ist etwas spezieller. Sie wird mit bis zu 7,2 kW AC-Ladeleistung angegeben. Diese Leistung wird nach verfügbaren Daten über 2 x 16 A erreicht, also über zwei Phasen. Das ist für Deutschland relevant: An einer üblichen 11-kW-Wallbox mit dreiphasigem Anschluss kann ein späterer e-Up unter passenden Voraussetzungen bis etwa 7,2 kW nutzen. Das Fahrzeug nimmt aber nur die Leistung auf, die sein Onboard-Lader zulässt.
An einer einphasigen Lademöglichkeit kann die Ladeleistung dagegen deutlich niedriger ausfallen, häufig im Bereich von etwa 3,6 bis 3,7 kW. Auch eine öffentliche 22-kW-AC-Ladesäule macht den e-Up nicht schneller als sein Onboard-Lader erlaubt. Die tatsächliche Ladeleistung hängt also von Fahrzeugversion, Ladepunkt, Kabel und Stromversorgung ab.
DC-Schnellladen
Für längere Fahrten kann der VW e-Up DC-Schnelllader mit CCS Combo 2 nutzen. Beim DC-Schnellladen ist das Kabel immer fest an der Ladesäule angeschlagen. Ihr eigenes Typ-2-Ladekabel wird dafür nicht verwendet.
Die Schnellladeleistung des e-Up ist nach heutigen Maßstäben eher moderat. Die Version ab 2020 wird häufig mit etwa 37 bis 40 kW DC maximal angegeben. Eine Ladung von 10 auf 80 Prozent dauert bei der größeren Batterie typischerweise rund 50 Minuten.
Das ist hilfreich für gelegentliche längere Strecken, aber nicht mit neueren Elektroautos vergleichbar, die deutlich höhere DC-Ladeleistungen erreichen. Der e-Up eignet sich vor allem für Stadtverkehr und regionale Fahrten, kann bei Bedarf aber auch an CCS-Schnellladern nachladen.
Reichweite und Effizienz
Durch seine kompakte Größe ist der e-Up besonders im Stadtverkehr effizient. Die früheren Fahrzeuge mit 18,7 kWh Bruttokapazität haben jedoch eine deutlich begrenztere Reichweite. Sie passen am besten zu Fahrern mit planbaren kurzen Strecken und gutem Zugang zu Lademöglichkeiten. Eine typische Praxisreichweite von etwa 97 km ist ein sinnvoller Orientierungswert, kann aber je nach Temperatur, Geschwindigkeit, Reifen, Beladung und Fahrweise abweichen.
Der e-Up ab 2020 ist im Alltag deutlich flexibler. Mit bis zu etwa 256 km WLTP und einer realistischen Praxisreichweite um 200 km sind auch längere Pendelstrecken oder regionale Fahrten einfacher möglich. Im Stadtverkehr und bei milden Temperaturen kann die Reichweite günstiger ausfallen; im Winter, bei Autobahntempo oder starker Nutzung der Innenraumheizung sinkt sie meist spürbar.
Da der e-Up ein kleines Elektroauto ist, ist regelmäßiges Nachladen oft praktischer als das vollständige Leerfahren der Batterie. Für viele Besitzer genügt es, das Auto zu Hause mehrmals pro Woche anzuschließen.
Laden zu Hause
Zu Hause zu laden ist für die meisten e-Up-Fahrer die bequemste Lösung. In Deutschland ist eine 11-kW-Wallbox mit dreiphasigem Anschluss weit verbreitet. Der e-Up nutzt daran jedoch nur die Leistung, die sein Onboard-Lader aufnehmen kann: ältere Modelle in der Regel bis etwa 3,7 kW, spätere Modelle unter passenden Bedingungen bis etwa 7,2 kW.
Eine Wallbox ist für regelmäßiges Laden die geeignetere Lösung als eine Haushaltssteckdose, weil sie für längere Ladezeiten und höhere Dauerlasten ausgelegt ist. Zusätzlich lassen sich viele Wallboxen zeitgesteuert nutzen, etwa passend zu einem Stromtarif oder zur eigenen PV-Anlage.
Ein Schuko-Ladekabel sollte beim e-Up vor allem als Not- oder Gelegenheitslösung verstanden werden. Das Laden an einer Schuko-Steckdose belastet Steckdose und Leitungen über viele Stunden. Regelmäßiges Schuko-Laden sollte nur erfolgen, wenn ein Elektriker die Steckdose und die elektrische Installation ausdrücklich für dauerhaftes E-Auto-Laden geprüft hat.
Wenn Ihre Wallbox kein fest angeschlagenes Kabel hat, benötigen Sie ein passendes Typ-2-Ladekabel. Hat die Wallbox ein festes Kabel, sollte der Stecker Typ 2 sein; das ist der richtige AC-Steckertyp für den VW e-Up.
Öffentliches Laden
Beim öffentlichen AC-Laden nutzt der VW e-Up ein Typ-2-Ladekabel. Viele Ladepunkte an Supermärkten, Parkhäusern, Hotels, Stadtwerken oder Arbeitsplätzen sind nicht immer mit festem Kabel ausgestattet. Ein eigenes Typ-2-Ladekabel im Fahrzeug ist deshalb sehr empfehlenswert.
Für DC-Schnellladen wählen Sie eine CCS-Ladesäule und verwenden den CCS-Stecker, der an der Ladesäule befestigt ist. Durch die Ladebuchse hinten rechts kann die Position in der Parkbucht eine Rolle spielen, besonders wenn die Kabel kurz sind oder die Säule ungünstig steht.
Ein HPC- oder Ultraschnelllader lädt den e-Up nicht schneller als das Fahrzeug es zulässt. Ladesäule und Auto kommunizieren miteinander, und der e-Up nimmt nur seine maximal mögliche Ladeleistung auf. In vielen Fällen ist ein 50-kW-CCS-Schnelllader für den e-Up völlig ausreichend.
Fahrzeugspezifische Hinweise
Der VW e-Up ist im Vergleich zu vielen neueren Elektroautos recht unkompliziert. Einige fahrzeugspezifische Punkte sind beim Laden aber wichtig:
- Modelljahr prüfen: Vor-2020-Modelle und Fahrzeuge ab 2020 haben sehr unterschiedliche Batteriekapazitäten und Ladeeigenschaften.
- Typ 2 und CCS Combo 2: AC-Laden erfolgt über Typ 2, DC-Schnellladen über CCS Combo 2.
- Ladebuchse hinten rechts: Die Position kann beim öffentlichen Laden die Kabelreichweite beeinflussen.
- Rekuperationsstufen: Der e-Up bietet wählbare Rekuperationsstufen, die besonders im Stadtverkehr Energie zurückgewinnen können.
- Start des Ladevorgangs: Rechnen Sie beim öffentlichen Laden in der Regel mit App, RFID-Karte oder Kartenzahlung, je nach Betreiber. Plug & Charge oder Autocharge sollte nicht vorausgesetzt werden.
Ladetipps
- Version zuerst identifizieren: Prüfen Sie, ob Ihr e-Up ein älteres Modell vor 2020 oder die überarbeitete Version ab 2020 ist.
- Typ-2-Ladekabel mitführen: Es ist das wichtigste Kabel für öffentliche AC-Ladepunkte, Arbeitsplatzlader und Wallboxen ohne festes Kabel.
- 11-kW-Wallbox realistisch einschätzen: Die Wallbox kann 11 kW bereitstellen, der e-Up lädt aber nur mit seiner fahrzeugseitig möglichen AC-Leistung.
- Bei späteren Modellen auf zwei Phasen achten: Die bis zu 7,2 kW AC werden nach verfügbaren Daten über 2 x 16 A erreicht. An einphasigen Ladepunkten kann die Leistung niedriger sein.
- CCS für Schnellladen nutzen: Für DC-Schnellladen brauchen Sie kein eigenes Kabel, da der CCS-Stecker an der Ladesäule hängt.
- Längere Fahrten konservativ planen: Für die größere Batterie sollten Sie für 10 bis 80 Prozent DC-Ladung etwa 50 Minuten einplanen. Kälte und höhere Geschwindigkeiten reduzieren die Reichweite.
- Ältere Fahrzeuge genau prüfen: Beim Gebrauchtkauf lohnt sich ein Blick auf die konkrete Ladeausstattung und den Zustand des Ladekabels.
Häufige Fragen
Welches Ladekabel braucht der VW e-Up?
Für AC-Laden nutzt der VW e-Up ein Typ-2-Ladekabel. Für DC-Schnellladen verwendet er CCS Combo 2; das Kabel ist dabei fest an der Schnellladesäule angeschlagen.
Haben alle VW e-Up die gleiche Batterie?
Nein. Frühere Modelle vor 2020 haben eine Batterie mit 18,7 kWh Bruttokapazität. Die überarbeitete Version ab 2020 besitzt 36,8 kWh brutto und etwa 32,3 kWh nutzbare Kapazität.
Lädt ein VW e-Up ab 2020 zu Hause mit 7,2 kW?
Das ist möglich, aber nicht an jedem Ladepunkt. Die 7,2 kW werden nach verfügbaren Daten über 2 x 16 A erreicht. An einer passenden dreiphasigen 11-kW-Wallbox kann das funktionieren; an einphasigen Ladepunkten liegt die Ladeleistung eher bei etwa 3,6 bis 3,7 kW.
Wie lange dauert Schnellladen beim VW e-Up?
Beim e-Up ab 2020 mit größerer Batterie dauert eine DC-Schnellladung von 10 auf 80 Prozent typischerweise rund 50 Minuten. Das ist alltagstauglich für gelegentliche Zwischenstopps, aber langsamer als bei vielen neueren Elektroautos.
Kann ich den VW e-Up an einer Schuko-Steckdose laden?
Ja, mit einem geeigneten Schuko-Ladekabel ist das grundsätzlich möglich. Es sollte aber vor allem als Not- oder Gelegenheitslösung dienen. Für regelmäßiges Laden sollte ein Elektriker die Steckdose und Installation für die Dauerlast des E-Auto-Ladens geprüft haben.
Wird der VW e-Up noch neu verkauft?
Nein. Die Produktion des Volkswagen up! und e-up! endete 2023. Der e-Up ist deshalb vor allem als Gebrauchtwagen relevant.
Was das für Fahrer bedeutet
Der VW e-Up ist unkompliziert, wenn man die eigene Fahrzeugversion kennt. Ältere Modelle sind kurze, effiziente Stadtautos mit kleiner Batterie und eher niedriger AC-Ladeleistung. Die Version ab 2020 bietet deutlich mehr Reichweite und kann unter passenden Bedingungen auch schneller mit Wechselstrom laden.
Für die meisten Besitzer ist eine Wallbox zu Hause die praktischste Lösung. Ein Typ-2-Ladekabel gehört für öffentliches AC-Laden ins Auto. CCS-Schnellladen ist nützlich für gelegentliche längere Fahrten, sollte beim e-Up aber nicht als Hauptlademethode eingeplant werden. Wichtig ist vor allem: Prüfen Sie Baujahr und Ladeausstattung, bevor Sie Ladezeiten kalkulieren oder Zubehör kaufen.
Passendes Ladekabel für VW e-Up
Für den VW e-Up ist ein Typ-2-Ladekabel die richtige Wahl für AC-Laden an öffentlichen Ladesäulen, am Arbeitsplatz oder an einer Wallbox ohne festes Kabel. Wählen Sie ein Kabel, das zu Ihrer typischen Ladesituation passt und die Ladeleistung Ihres Fahrzeugs sinnvoll unterstützt.
Hinweis: Diese Informationen dienen als Orientierung. Ladeausstattung und technische Daten können je nach Baujahr, Modellversion und Fahrzeugausstattung abweichen. Verbindliche Angaben finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.


